Landwirtschaftsbetrieb in Fojnica

Sich in Bosnien auszubilden ist bei einer Arbeitslosenquote von 50 % schwierig. Eine Arbeitsstelle zu ergattern ist aufgrund der grossen Korruption und Ausnutzung der Arbeitsuchenden der reinste Spiessrutenlauf. Manche Stellenanbieter verlangen bis zu einem Jahressalär als Einstiegspreis für eine Arbeitsstelle. Man stelle sich vor: der Arbeiter zahlt dem Arbeitgeber, dass er die Stelle antreten darf!  Dieser Ungerechtigkeit zu begegnen, den Nachbarn Vertrauen schenken und Vertrauen zu bekommen, ist das Ziel des landwirtschaftlichen Projektes von Walter Koffler und Team, das von PartnerAid seit vielen Jahren unterstützt wird.

Gemeinsam konnten sie in den vergangenen 19 Jahren einen rationellen, in westeuropäischem Stil,  gut mechanisierten Landwirtschaftsbetrieb aufbauen. Mit 15 Hektaren gepachtetem Land, einer Scheune für 10 Milchkühe, ein paar Aufzuchtrinder und Munimast sind sie heute in der Lage, das Haushaltsbudget weitgehend selbst zu bestreiten.

Viele Berufskollegen in der nahen und weiteren Umgebung können vom zeitgemässen, landwirtschaftlichen Know How und den Maschinen von Walter profitieren. Tagelöhner haben sporadische Verdienstmöglichkeiten und insgesamt ist das Projekt eine Perle in dem sonst ziemlich trist anmutenden Wirtschaftsumfeld ohne Perspektiven.

Apropos Visionen: Kofflers möchten nicht auf den Lorbeeren ausruhen, nein, eine Idee bewegt sie seit einiger Zeit. Angrenzend an ihren Hof liegt eine recht grosse Landparzelle zum Kauf bereit. Diese würde sich ausgezeichnet eignen, um ein Handwerkerzentrum aufzubauen, wo Menschen in geeigneten Berufen in einer Art Lebensschule oder „Stifti“ begleitet werden könnten, um sie fit fürs (Arbeits)Leben zu machen. Dazu bräuchte es aber Mitarbeiter mit entsprechendem Zukunftsglauben für Bosnien und Jobqualitäten in verschiedenster Richtung. Wer könnte sich vorstellen, sich hier in junge Menschen zu investieren und beim Aufbau des Innovationsparks zu beteiligen?