Wiederverwertung von Abfällen

Müll ist ein verheerendes Umweltproblem auf den Komoren. Wie in anderen Ländern um den ganzen Erdball verteilt, steigen die zu entsorgenden Müllmengen von Jahr zu Jahr. Oft werden Abfälle einfach ins Bachbett oder an Meeresufern deponiert und den Fluten des Meeres überlassen.
Die lokale Verschmutzung ermöglicht Krankheitserregern immer wieder, sich zu vermehren. Krankheiten wie Dengue, Malaria und Cholera werden durch die mangelnde Abfallentsorgung gefördert. Doch auch die Tier- und Wasserwelt der Komoren-Inseln sind bedroht. Meeresschildkröten verenden durch den verzehrten Plastikmüll in ihren Mägen und nicht selten fressen Kühe und Ziegen herumliegende Plastiksäcke. Weggeworfene Batterien vergiften die Böden und Trinkwasserreserven der Menschen. Das Problem der Verschmutzung durch Sondermüll ist, dass die einheimische Bevölkerung darin keine bedrohende Gefahr sieht, die mittelfristig ihre Existenz bedroht.
Die Dritte Welt wird zum Wohl des Handels von Entwicklungsländern mit mehr oder weniger brauchbaren Materialien überflutet. Dabei gibt es oft keine Endlösungen für die zerbrochenen Plastikstühle, Telefone und alten Schuhe. Was früher ganz natürlich recycelt wurde, schwimmt heute in unseren Meeren umher. Zum Beispiel wurden früher auf den Komoren Mangos und Tomaten in Körben aus Palmblättern transportiert. Heute verwendet man dazu oft billige Plastikbecken, die schon bei geringer Überlastung kaputt gehen.

Projekt-Ziel

Die meisten Abfälle können durch einfache Verfahren wieder aufgewertet werden. Wir wollen Wege finden, nicht nur Abfälle, sondern auch das Leben der einheimischen Bevölkerung aufzuwerten. Ihre Existenz langfristig zu sichern und eine Sensibilisierung zum Schutz der Umwelt einzuleiten.
Durch einfache und vor Ort brauchbare Technologien wollen wir aus Müll eine Werteschöpfung generieren. Was lokal verwertet werden kann, soll der einheimischen Bevölkerung zu Jobs verhelfen. Was nicht vor Ort recycelt werden kann, wird exportiert. Oder aber wir nutzen Abfälle, um in bereits bestehende Verfahren (Destillation von Duftblumen zur Herstellung von Parfum) zu integrieren und somit der Abholzung entgegenzuwirken. Somit können wir durch Recycling einem weiteren Umweltproblem auf den Komoren Hilfe leisten.
Ein weiteres Ziel ist, durch Information der Bevölkerung eine Sensibilität herbeizuführen; auf Grund mangelnden Wissens gab es bisher nur wenig Initiativen zum Schutz der Umwelt.

Das Projekt wurde im Frühjahr 2016 von der Schweizer Botschaft in Madagaskar unterstützt.